
Gestoppt: Der derzeit verletzte Michael Ballack will gegen Russland wieder auflaufen. dpa
"Es ist eine Entzündung. Es ist nichts Ernstes. Das ist eine kleinere Sache, und die muss jetzt abheilen", sagte Ballack über seine Sehnenverletzung am linken Mittelfuß. In zwei Wochen will der Kapitän der Nationalelf wieder einsatzbereit sein und seinem Arbeitgeber FC Chelsea somit beim Start in die Champions League gegen Girondins Bordeaux zur Verfügung stehen.
Bei einer Untersuchung bei Bayern-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München wurde am Dienstag eine schwere Stauchung mit Sehnenentzündung am linken Mittelfuß diagnostiziert. Der 87-malige Nationalspieler wird in den kommenden Tagen intensiv von der medizinischen Abteilung des DFB und Dr. Müller-Wohlfahrt behandelt. In Übereinstimmung mit der medizinischen Abteilung entschied der 31-Jährige, dass er bis zum Abflug der Nationalelf am Freitag nach Liechtenstein beim Team in der Sportschule Oberhaching bleiben wird.
Ballack: Kein Vergleich zu 2007
2007 hatte der DFB-Kapitän nach einer Knöcheloperation sein Comeback immer wieder verschieben und schließlich insgesamt acht Monate pausieren müssen. Auch damals verpasste er mehrere Länderspiele, darunter den Auftakt in die EM-Saison mit den Partien in England (2:1), Wales (2:0) und gegen Rumänien (3:1). Vergleiche mit der langwierigen Knöchelverletzung lehnt Ballack aber ab. "Nein, das ist nicht so", sagte er.
Auch in dieser Saison wird Ballack mindestens die ersten drei Länderspiele versäumen. Gegen Belgien (2:0) fehlte er wegen der im Ligaspiel gegen den FC Portsmouth (4:0) erlittenen Blessur bereits, Einsätze in Liechtenstein und Finnland sind ausgeschlossen.
Russland-Spiel im Visier
Bei den folgenden WM-Qualifikationspartien gegen Russland (11. Oktober) und Wales (15. Oktober) will der DFB-Kapitän aber wieder an Bord sein. "Wir wollen uns so schnell wie möglich qualifizieren. Das ist nicht einfach, gerade bei den Auswärtsspielen, sind unangenehme Gegner dabei, gegen die man wenig gewinnen kann", warnte Ballack seine Kollegen.
Bundestrainer Joachim Löw muss in Torsten Frings (Werder Bremen, Nasenbeinbruch) auch seinen zweiten zentralen Mittelfeldspieler ersetzen. Auf eine Nachnominierung für die ersten beiden Partien auf dem Weg zum WM-Turnier in Südafrika verzichtete Löw allerdings. "Im Mittelfeld sind wir mit den Leuten, die wir haben, so besetzt, dass es für die beiden Spiele reichen sollte."